Einstelltage: So teuer sind Fehler — und so vermeiden Sie sie
Einstelltage sind Tage ohne Taggeld — die Sanktion der Arbeitslosenversicherung. Bei einem Taggeld von CHF 180 kosten 10 Einstelltage CHF 1'800. Die gute Nachricht: Fast alle Sanktionen sind vermeidbar.
Wofür es Einstelltage gibt
- Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit (Eigenkündigung ohne triftigen Grund, fristlose Entlassung wegen Fehlverhaltens): 31–60 Tage
- Ungenügende Arbeitsbemühungen (zu wenige oder zu späte Bewerbungsnachweise): 1–15 Tage, im Wiederholungsfall mehr
- Ablehnung zumutbarer Arbeit oder eines Einsatzprogramms: bis 60 Tage
- Verpasste RAV-Termine ohne Entschuldigung: 1–15 Tage
- Falsche oder unvollständige Angaben gegenüber Kasse oder RAV
Die drei häufigsten Fallen — und die Gegenmittel
- Bewerbungen erst ab Anmeldung zählen lassen: Falsch — Sie müssen sich bereits während der Kündigungsfrist bewerben. Sammeln Sie Nachweise ab dem Tag der Kündigung, am einfachsten im Arbeitsbemühungen-Tracker.
- Nachweise zu spät einreichen: Die Liste muss bis am 5. des Folgemonats beim RAV sein. Verspätet = wie nicht eingereicht.
- Qualität vernachlässigen: 10 identische Massenbewerbungen können als ungenügend gewertet werden. Bewerben Sie sich gezielt und dokumentieren Sie sauber.
Einsprache: Sie dürfen sich wehren
Gegen jede Sanktionsverfügung können Sie innert 30 Tagen schriftlich Einsprache erheben. Das lohnt sich, wenn Sie triftige Gründe belegen können (z. B. Krankheit, unzumutbare Arbeitsbedingungen bei Eigenkündigung, nachweisbar abgeschickte Bewerbungen). Kostenlose Erstberatung bieten Gewerkschaften und teilweise die Rechtsauskunft Ihres Kantons.
Häufige Fragen
Wie viel kostet ein Einstelltag konkret?
Genau ein Taggeld. Beispiel: versicherter Verdienst CHF 5'500, Satz 70 % → Taggeld CHF 177. 20 Einstelltage = CHF 3'540 weniger.
Verkürzen Einstelltage meine Bezugsdauer?
Einstelltage müssen innerhalb von 6 Monaten «abgesessen» werden und reduzieren den Gesamtanspruch — Sie erhalten insgesamt weniger Taggelder.
Kann ich Einstelltage bei Eigenkündigung vermeiden?
Nur mit triftigem Grund (z. B. gesundheitliche Gründe mit Arztzeugnis, Mobbing mit Belegen, Lohnrückstände). Dokumentieren Sie alles schriftlich, bevor Sie kündigen — siehe Guide zur Eigenkündigung.